Hedelfinger
Prunus avium, Süßkirsche

Herkunft: Diese Sorte ist vermutlich um 1850 in Hedelfingen (Vorort von Stuttgart) als Zufallssämling entdeckt und von Hohenheim verbreitet worden. Sie ist eine der häufigsten Kirschsorten und wird vor allem in Deutschland, aber auch in Frankreich, Österreich, Ungarn und den USA angebaut.

Bodenansprüche: Normaler, lockerer Gartenboden.

Ernte: Mitte/Ende Juli, die Erträge setzen erst spät ein, sind aber hoch und regelmäßig. Sie reift in der 5.- 6. Kirschwoche.

Verwendung: Frischverzehr genauso gut geeignet für die Konservierung.

Frucht: Frucht: Diese Sorte gehört zu den Knorpelkirschen und trägt braunviolette Früchte, die bei Vollreife mit hellen Stricheln und Punkten verziert sind. Das Fruchtfleisch ist mäßig fest, knorpelig und mittelsaftig bei zunächst hellroter und je nach Reifegrad immer dunkler werdender Farbe - zuletzt beinahe schwarz. Es schmeckt süßsäuerlich und hat eine bittermandelähnliche Würze. Die Frucht ist mittelgroß bis groß, je nach Behang 23 - 28 mm hoch und 20 - 23 mm dick, oval, herzförmig, die Bauchnaht als dunkle Linie sichtbar, bei einem Gewicht bis ca. 13 Gramm. Der Stein ist mittelgroß etwa 11 mm mal 7 mm schlankoval. Der Steil ist mit etwa 50 mm mittellang und kräftig. Die Frucht neigt zum Platzen bei Regen.

Baum: Der Baum ist sehr starkwüchsig, gesund, widerstandsfähig und sehr anpassungsfähig und daher sowohl für sonnigere Lagen aber auch für kühlere Lagen geeignet. Die Blüte ist mittelspät, relativ kurz und spätfrostempfindlich. und braucht, da sie selbststeril ist, einen Befruchtungspartner. Geeignet sind andere spätblühende Kirscharten wie zum Beispiel ‘Schneiders späte Knorpelkirsche’, ‘Büttners Rote Knorpelkirsche’, ‘Regina’, ‘Schattenmorelle’, ‘Kordia’, ‘Star’.

Merkmale: ‘Hedelfinger’ ist eine sehr geschätzte Sorte, nicht zuletzt wegen ihrer ausgezeichneten Fruchtqualität und der hohen Anpassungsfähigkeit an den Standort.